Abstrakt - Gido Wiederkehr

Abstrakt
CHF 80.00 *

inkl. Mehrwertsteuer

  • BP10235
Abstrakt
Technik: Unbekannt
Bildträger/Material: Papier
Rahmen: Metall
Grösse mit Rahmen: 56 x 71cm
Zustand: Bild ist in sehr gutem Zustand, der Rahmen jedoch ist unten defekt und das Glas hat an gleicher Stelle ein kleiner Sprung, solte ausgewechselt werden
Serie: 41/60

Gido Wiederkehr

1941 in Rothrist AG geboren, in Rheinfelden wohnhaft und in Basel tätig

1982  - 2006 Lehrauftrag an der Hochschule für Gestaltung Basel

Eidgenössisches Stipendium: 1966/68/81

Kiefer Hablitzel-Stipendium: 1968/72

Stipendium der Stadt Basel: 1969/70/71

Werkbeitrag des Kuratoriums Aargau: 1973

Diverse Preise und Ankäufe durch den Kunstkredit Basel-Stadt 

Ankäufe der eidgenössischen Kunstkommission: 1985/91

 

Ab 1966 unzählige Einzel- und Gruppenausstellungen in Kunsträumen und Galerien der Schweiz und Ländern Europas. In vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen sind Wandobjekte und Glasfenster zu sehen.

 

Schichten, die Geschichten schreiben . Bei Gido Wiederkehr wird geschichtet. Farben und Formen werden übereinander und ineinandergelegt. Untere Schichten wirken auf obere Schichten. Obere Schichten lasten auf unteren Schichten. Manchmal ist der Prozess des Schichtens sichtbar, ein andermal bleiben die Arbeitsschritte visuell verborgen, können jedoch erahnt werden. Aus Schichten entstehen Bilder. Bilder werden geschichtet.  

Als Bildträger dienen ihm grundierte oder ungrundierte Bildträger aus Baumwolle oder Leinen in unterschiedlichen Formaten. Auf dieser Basis wird Farbschicht um Farbschicht aufgetragen, manchmal die ganze Fläche einnehmend, ein andermal auf ausgewählte Bereiche der Leinwand beschränkt. Jeweils in geraden Streifen verläuft der Farbauftrag, horizontal, vertikal, diagonal. Die Farbwahl ist nicht im Voraus bestimmt, da sie von der Wirkung der bisher übereinandergelegten Schichten abhängig ist. 

Das Bild wächst, weitere Farbschichten werden gelegt, die Komposition nimmt Gestalt an. Plötzlich entsteht der „Klang“. So nennt Wiederkehr den Moment, wenn sich Farben und Formen zu einer spannungsvollen Einheit verschmelzen und das Bild in sich stimmig ist. Wann dies der Fall ist, kann nicht geplant werden. Manchmal stellt sich dieser Moment nicht ein, das Bild wird auf die Seite gelegt, nicht aber zerstört. Es können Jahre vergehen bis ein solches, nicht zu Ende gestelltes Werk wieder aus der Versenkung geholt wird, und ein neuer Anlauf genommen wird, um das Bild zum Klingen zu bringen. 

Es wird gesucht. Der Prozess wird spannend. Schichten reagieren auf Schichten.

Während in der Anfangsphase von Wiederkehrs künstlerischen Werkes die Bilder noch akribisch geplant wurden, indem mit Hilfe eines Rasters Bilder skizziert und auch so ausgeführt wurden, ist im Laufe der Zeit der Arbeitsprozess immer mehr einem Experimentieren gewichen. Eine Anfangsidee existiert zwar noch immer, doch diese wird nicht stur verfolgt, sondern im Prozess sind Abweichungen vom Grundmuster möglich. So können unterschiedliche Richtungen eingeschlagen werden, die zu Beginn noch nicht geplant waren. Spontaneität ist möglich. Auf zufällige Gegebenheiten und Eindrücke kann reagiert werden. 

Das Schichten erzählt Geschichten.

Da nicht nur das Bild selbst, sondern auch der Entstehungsprozess eine gewichtige Rolle einnimmt, hat Gido Wiederkehr auch schon Bildtagebücher angelegt. Jeder einzelne Arbeitsschritt wurde schriftlich festgehalten. Welche Farbe, welche Verdünnung, welche Fläche, welche Richtung. So erhalten seine Bilder eine Geschichte. Die Genese eines Bildes kann Schritt für Schritt nachvollzogen werden. 

(...) Während der Bildfindung für neue Werke dient eine Schauwand im Atelier als Inspirationsquelle. Aus verschiedensten Werkphasen sind Bilder aufgehängt, die wie ein Bildgedächtnis funktionieren. Bei der Formsuche kann so auf eine Art Archiv zurückgegriffen werden, das die Schichtungsgeschichte dokumentiert. Alte Ideen gewinnen so an Aktualität und können mit neuen Ideen vermischt werden. Vergangene Entwicklungen können nachvollzogen, oder bewusst neue Wege eingeschlagen werden. (...)   

Michael Babics